Steintor
Hannover

Freiraumplanerischer Wettbewerb 2019
1. Preis / 2 ha / Landeshauptstadt Hannover

mit Ina Weise, Künstlerin

Lageplan

Manege frei – ein Platz für Demokratie und Teilhabe

Schon immer war das Steintor der Platz der bürgerlichen Artikulation Hannovers. Die zentrale Mitte des Platzes ist dafür großzügig freigehalten. In Form einer elliptischen Manege bietet der Raum den Ort für bürgerliches Engagement, Demonstrationen, Kultur- und Sportevents. Eine 25m hohe Säule verankert das Steintor weithin sichtbar im Stadtgefüge. Das Objekt ist Lichtmast, Kunstwerk und  imaginärer Kristallisationspunkt der bürgerlichen Teilhabe.

Urbane Tribünen – mehr Sitzgelegenheiten in neuer Platztopographie

Die geänderte Platztopographie stellt die Platzmitte heraus. Der zentrale Platzbereich (Manege) ist zu den nördlichen und südlichen Rändern hin abgesenkt um so ein großzügiges Angebot für Sitzstufen zu schaffen. Dagegen ist die im Bestand vorhandene Absenkung an der Goseriede Höhe Lange Laube angehoben. Diese erleichtert die Ost-West-Querung des Platzes in der Achse Georgstraße-Lange Laube für Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen.

Steintor-Spezialitäten

Die Gastronomie und Gewerbetreibenden am Steintor, mit ihrem vielfältigen und charakteristischen Angebot für alle sozialen Gruppen, sind ein Spezifikum des Ortes. Auf dem Platz definieren Klein-Architekturen für verschiedene Nutzungen besondere Orte mit jeweils eigener Atmosphäre. Die stärkere räumliche Fassung einzelner Platzbereiche erzeugt mehr Orientierung und Sicherheit. Die räumlich-funktionale Aufteilung des Ortes soll helfen, zwischen nutzerspezifischen Differenzen zu vermitteln und der Tag-Nacht-Ungleiche des Platzes konstruktiv zu begegnen. Auf dem südlichen Platzteil in unmittelbarer Nachbarschaft zum Steintor-Viertel können Angebote wie z.B. eine kleine Skate-Arena das Nutzerspektrum auch noch am Abend erweitern und einer zu einseitigen Benutzung entgegenwirken

Statistische Säule – städtischer Fixpunkt, Kunstobjekt, Leuchtmast

Die weithin sichtbare statistische Säule transformiert die historische Idee der Machtdemonstration eines Einzelherrschers qua Obelisk in ein Monument bürgerlicher Teilhabe. Verborgen unter einer scheinbar steinernen Oberfläche leuchten auf frei programmierbaren LED-Flächen Texte und Grafiken auf, die im Sockelbereich gezeigte statistische Kategorien wie Alter, Geschlecht und Herkunft der Hannover Bürger*innen beschreiben. Der mengenmäßige Ausdruck in Form von animierten, anwachsenden Leuchtbalken erzeugt eine, die Säule hoch laufende, pulsierende Lichtgrafik, die sowohl inhaltlich als auch künstlerisch Ausdruck für die bunte und lebendige Bürgerschaft der Landeshauptstadt ist. Eine Lichtquelle in der Spitze der Säule sorgt für eine Art Leuchtturm-Effekt und lässt das Steintor des nachts erstrahlen.

Mehr Grün und Blau

Das vorhandene Prinzip aus Baumreihen und großen Solitärgehölzen wird beibehalten und verdichtet. Neupflanzungen schnell wachsender Zürgelbäume und Platanen verleihen dem Platz Schatten und Flair. Auf den baumfreien, potentiellen  Veranstaltungsflächen sorgen Wasserspiele für angenehme Verdunstungskühle an heißen Tagen. Ein neues Regenwasser- und Bewässerungsmanagement soll helfen, die Bestandsvegetation angesichts der Herausforderungen des Klimawandels langfristig vital zu halten.

Platz für Vielfalt – bunte Angebote unter Bäumen

Der Zone vor der baulichen Platzkante wird als lebendiger Filter zwischen Platzmitte und den Ladenvorzonen gesehen. Erfolgreiche Angebote wie das Eiscafé werden mit urbanen Sportangeboten, einer Skateanlage, Spiel, einem einfachen WC und Grün ergänzt. Der Raum unter den Bestandsbaumreihen wird so weiter aktiviert und fördert den Austausch und Aufenthalt der Bürger*innen, Gewerbetreibenden und Gästen der Stadt. Auf dem Platz definieren Klein-Architekturen für verschiedene Nutzungen besondere Orte mit jeweils eigener Atmosphäre. Die zentrale Mitte kann von Einbauten freigehalten bleiben.